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Konzept und Ziele des Projekts

Konzept

Die Astronomie befindet sich gegenwärtig in einer Ära aufregender Entdeckungen, die Antworten auf grundlegende Fragen liefern, die die Menschheit schon seit Jahrhunderten fasziniert haben. Unser Verständnis von der Geburt des Universums, der Ursachen seiner großräumigen Struktur und der Entstehung und Entwicklung von Galaxien wird immer besser untermauert. Die Wissenschaft ist zunehmend in der Lage, direkt die ultra-hochenergetischen Phänomene in der Umgebung Schwarzer Löcher und anderer kompakter Objekte zu beobachten sowie die symbiotischen Beziehungen zwischen Galaxien und ihren zentralen Schwarzen Löchern zu verstehen. Hunderte von Planetensystemen rund um andere Sterne wurden entdeckt. Man kann davon ausgehen, dass während der kommenden zwei Jahrzehnte auch erdähnliche Planeten und in ihren Atmosphären vielleicht sogar Signaturen von Leben entdeckt werden. In unserem eigenen Sonnensystem dringen wir in immer exotischere Welten vor wie Merkur, Mars, Titan oder Pluto.

Grundlage all dieser Entdeckungen ist die Entwicklung von großen Forschungsinfrastrukturen und den damit verbundenen Technologien: erdgebundene Observatorien für optische, Radio- und kosmische Strahlung, Raumfahrtmissionen, "virtuelle Observatorien" für gezielte Datensuche („Data Mining“ und Datenauswertung sowie große leistungsfähige IT-Einrichtungen. Angesichts der Größe und der voraussichtlichen Bau- und Betriebskosten der geplanten neuen Infrastrukturen der kommenden 20 Jahre werden die größten dieser Einrichtungen weltweit wohl einzigartig sein. Es ist daher zwingend erforderlich, dass Auswahl und Entwicklung dieser Anlagen auf einem klaren Verständnis der wissenschaftlichen Schwerpunkte und der Synergien zwischen ihnen beruhen, und dass Bau, Betrieb und wissenschaftliche Nutzung auf einem umfassenden und abgestimmten Plan für den optimalen Einsatz der finanziellen und personellen Ressourcen in Europa beruhen.

Das Ziel von ASTRONET ist, diese Aufgaben anzugehen. ASTRONET wurde 2005 als Konsortium der größten europäischen Förderorganisationen für die Astronomie gegründet, einschließlich der europäischen Weltraumorganisation ESA und der Europäischen Südsternwarte ESO. In einer ersten Phase im Zeitraum 2005-2010 wurde ASTRONET als ERA-NET mit 2,5 Mio. € von der Europäischen Kommission gefördert. Schon in dieser Phase hat sich im Konsortium eine starke Dynamik entwickelt. In einer zweiten Phase wird ASTRONET von der EU seit Anfang 2011 bis Ende 2014 mit weiteren 1,6 Mio. € gefördert.

Die übergeordnete Vision von ASTRONET ist zugleich einfach und doch sehr ehrgeizig, nämlich die Etablierung eines Mechanismus für die strategische Planung der gesamten europäischen Astronomie für die nächsten 5-25 Jahre. Dies umfasst auf der wissenschaftlichen Seite Themen, die von der Sonne und dem Sonnensystem bis zu den Grenzen des beobachtbaren Universums reichen. Die Forschungsmethoden umfassen den gesamten Bereich von der Radio- bis zur Gamma- und Teilchenstrahlung, die sowohl vom Erdboden aus als auch im Weltraum gemessen werden können. Eingeschlossen sind aber auch Theorie und IT, Öffentlichkeitsarbeit, sowie Fragen der Schulung und Anwerbung von Personal. In diesem Prozess will ASTRONET alle astronomischen Communities und relevanten Fördereinrichtungen auf der neuen Landkarte Europas erfassen.

Trotz der großen Herausforderungen bei der in der europäischen Geschichte erstmaligen Erstellung eines solchen umfassenden Plans erreichte ASTRONET doch im November 2008 das Ziel der Veröffentlichung einer Roadmap für Infrastrukturen („Infrastructure Roadmap“). Aufbauend darauf geht ASTRONET nun in die Implementierungsphase der Roadmap über. Dies ist nicht nur ein sehr wichtiger Schritt vorwärts in Richtung einer Integration des Managements europäischer Ressourcen, es ist auch auf ein sehr ehrgeiziges Ziel ausgerichtet. Parallel dazu soll die durch ASTRONET als Wegbereiter geschaffene Koordinierungsfunktion als permanenter Bestandteil der europäischen Astronomie etabliert werden.

Ziele

Auch wenn bereits viel erreicht ist, muss das Erreichte doch konsolidiert und weiter entwickelt werden. So wurden eine Vision für die langfristigen wissenschaftlichen Ziele und ein Fahrplan für die dazu nötigen Einrichtungen und Ressourcen etabliert. Beide Dokumente werden für viele Jahre gültig bleiben, eine Aktualisierung könnte aber abhängig vom Fortschritt bei der Umsetzung des vorliegenden Plans im Laufe der nächsten 5 Jahre erforderlich werden. Das diesen Aktivitäten zugrunde liegende erste Ziel ist, einen permanenten Mechanismus zu entwickeln für die Planung und Koordinierung der europäischen Astronomie. Dies wird eine Aufgabe sein, die sich über mehrere Jahre erstrecken wird.

Eine zweite wesentliche, aber zweifelsohne auch schwierige Aufgabe wird die Umsetzung der Roadmap sein. Es wurden bereits vorbereitende Studien für einige der größten Infrastrukturen begonnen, um z. B. die rechtlichen Aspekte und Fragen der Governance zu klären. Es bleibt aber zusätzlich ein genereller Bedarf an Koordinierung der europäischen Förderorganisationen, die außerhalb der aktuellen EU-finanzierten Programme auf der Ebene eines gemeinsamen Forums läuft, bestehen. Das Ziel hierbei ist einerseits die Realisierung der neuen Großgeräte, die zur Erreichung der wissenschaftlichen Ziele benötigt werden, und andererseits gleichzeitig die Optimierung laufender Programme sowohl in wissenschaftlicher als auch in finanzieller Hinsicht – das betrifft nicht nur gemeinsam betriebene Großgeräte wie die ESO oder ESA, sondern auch eine Reihe von nationalen Ressourcen.

Zur Stärkung der Koordinierung der nationalen Strategien sind vier konkrete Maßnahmenbereiche geplant:

- Folgeaktivitäten der Roadmap. Dazu gehören koordinierende Aktivitäten bei Projekten, die derzeit keine institutionelle Verankerung haben außer den zeitlich begrenzten Fördermaßnahmen durch die EU, wie CTA (Cherenkov Telescope Array) oder SKA (Square Kilometer Array); die Beobachtung von Veränderungen im globalen wissenschaftlichen und / oder technologischen Kontext, die eine Aktualisierung oder Änderung der Roadmap oder der Science Vision erforderlich machen könnten; Aktivitäten hinsichtlich der Empfehlungen der Roadmap bezüglich des Astrophysical Software Laboratory, des Virtual Observatory und der Labor-Astrophysik, sowie eine verbesserte Koordinierung der europäischen Teleskope der 8-10m-Klasse. Die Aktivitäten umfassen auch gemeinsame Aktionen zur Implementierung der Empfehlungen zu den 2-4m Teleskopen (und in der Folge später auch zu den Radioteleskopen), sowie der Empfehlungen zu Bildung und Öffentlichkeitsarbeit. Weiterhin sind gemeinsame Ausschreibungen und andere gemeinsame Aktionen zur Verbesserung der Organisation und des wissenschaftlichen Nutzens der großen europäischen Infrastrukturen geplant.

- Definition eines sich selbst tragenden Mechanismus für die Koordinierung der europäischen Astronomie. Eine dauerhafte Koordinierung auf europäischer Ebene ist unabdingbar. Ein wirksamer Mechanismus dafür muss aber erst noch definiert und vereinbart werden.

- Integration der neuen EU-Mitgliedsländer in die europäische Astronomie. Etliche Länder, die ASTRONET erst kürzlich beigetreten sind, profitieren noch nicht voll von den Möglichkeiten, die die etablierte europäische Astronomie bietet. Die Astronomen, die die neuen Großgeräte bauen und nutzen, sollten aber in ganz Europa rekrutiert werden. Es sollen daher alle notwendigen Anstrengungen unternommen werden, um die neuen Mitgliedsländer vollständig in den Prozess der Realisierung der Science Vision zu integrieren.

- Austausch von Informationen. Eine Datenbank mit den wesentlichen Kennzahlen zur Astronomie in den verschiedenen europäischen Ländern (z. B. Budget, Anzahl der Wissenschaftler, etc.) sowie mit Informationen über die Organisation und administrative Strukturen wird benötigt. Weiterhin sollen Verbindungen zu anderen europäischen Initiativen (I3, Design-Studien, vorbereitende Programme, ERA-NETs) und zu vergleichbaren internationalen Initiativen gestärkt werden.

Latest Events

New ASTRONET Board :

On 9 Dec 2016, the new ASTRONET Board has hold its first meeting at ESO headquarters, celebrating the signature of the new Memorandum of Understanding and the continuation of a success story for the coordination of national funding agencies and international organizations for Astronomy in Europe. ASTRONET is now ready for a self-sustainable organization, the first step being to complete within a few weeks the representation of many additional national agencies in Europe that have indicated their intention to join.

Picture l.t.r.:

http://www.astronet-eu.org/IMG/jpg/...

Conny Aerts (Belgium, FWO), Denis Mourard (France, CNRS), Ronald Stark (The Netherlands, NWO), Colin Vincent (United Kingdom, STFC), Rob Ivison (ESO), Saskia Matheussen (The Netherlands, NWO), Luca Valenziano (Italy, INAF, participation by visioconf)

MoU ASTRONET :

Astronet publishes reports :

ASTRONET publishes several reports as the ERTRC "Report on the implementation of the radio telescope review committee recommendations". Please see Menu/Resources/Document Archives/Publications/ASTRONET FP7 or click here: http://www.astronet-eu.org/spip.php...

Letter of Intent :

Please find the «Letter of Intent» in the Private Area (Templates)

The Next Decade :

A special session «ASTRONET 2015-2025 - The Next Decade» at EWASS 2015 was held in La Laguna on 24 June 2015.

ASTRONET LAUNCH EVENT :

ASTRONET was started in 2005 and supported by the EU under FP6 and FP7 to establish a permanent mechanism for the coordination of the investments in European astronomy. This initial period produced a Science Vision and a Roadmap that covers scientific topics from the solar neighborhood to the limits of the observable Universe and also engaged virtually all astronomical communities and funding agencies in Europe in this coordination.

Having completed these major steps, ASTRONET is now prepared to launch its permanent successor in order to continue the science-based strategic planning for the development of all European Astronomy. The ASTRONET LAUNCH EVENT was held at the OBSERVATOIRE DE PARIS on 17 June 2015.

Board meeting June 2015 :

The Board Meeting No. 5 was held on 17 June in Paris.

Update Science Vision :

Please find here the final, published update to the ASTRONET Science Vision: http://www.astronet-eu.org/IMG/pdf/...

Update Infrastructure Roadmap :

Please find here the final, published update to the ASTRONET Infrastructure Roadmap: http://www.astronet-eu.org/IMG/pdf/...

Overview of proposal deadlines :

ASTRONET offers here an overview of proposal deadlines concerning current and forthcoming calls for proposals issued by ASTRONET partner agencies including timescales and thematic constraints. Also listed are permanently open funding programmes of ASTRONET agencies. This overview (ASTRONET’s Task 5.4) is meant to provide information for interested transnational research groups on European wide funding opportunities in order to foster coordinated funding of transnational research projects: http://www.astronet-eu.org/IMG/pdf/...